Unter Filesharing versteht man das Tauschen von Dateien über eine so genannte Internet-Tauschbörse. Mit ihnen ist es möglich, Dateien über das Internet zum Kopieren anzubieten und herunterzuladen.
Die Bezeichnung Kopierbörse wäre eigentlich für den sehr stark durch die Medien geprägten Begriff korrekter, weil die Daten über Netze weiterkopiert werden, ohne dass das Original selbst den Besitzer wechselt. Aus diesem Grund sind auch
Verwertungsgesellschaften für Nutzungsrechte gegen diese Form der Weitergabe. Legal können Informationen und Daten weiter gegeben werden, wenn diese in einer freien Lizenz veröffentlicht wurden oder eine Weitergabe ausdrücklich erwünscht ist (z.B. bei Freeware, Public Domain) oder wenn für das entsprechende Werk die Schutzfristen abgelaufen sind.
Anbieter ist immer der Tauschbörsennutzer, was zur Folge hat, dass Dateien nicht auf einem zentralen Server gespeichert sind, sondern
dezentral auf die Benutzer verteilt sind (Peer-to-Peer). Die meisten Tauschbörsen arbeiten nach dem Client-Server-Prinzip, was bedeutet, dass ein Indexserver die einzelnen Dateien und ihre Anbieter genau lokalisieren kann. Die meisten Tauschbörsen besitzen keinerlei Inhalts- bzw. Copyright-Kontrollen, sodass zusätzlich auch urheberrechtlich geschützte Inhalte (z.B. Musik, Filme, Bücher, Anwendungen) frei von Lizenzgebühren getauscht werden.Begonnen haben Tauschbörsen im Sinne von
computergestützter Verbreitung von Information und kreativen Werken mit zentral organisierten Netzwerken (beispielsweise Napster). Seit geraumer Zeit gibt es jedoch Peer-to-Peer-Netzwerke die ohne zentralen Server funktionieren. Hier ist prinzipiell jeder Teilnehmer Client und Server (Nutzer und Anbieter) zugleich. Damit wird eine völlige Dezentralisierung des Netzwerkes erreicht, was die Klärung der rechtlichen Verantwortung für illegalen Datenverkehr verkompliziert. Beispiele für diese
Technik sind unter Anderem: Kademlia (Azureus, eMule), Gnutella (FrostWire) und FastTrack (Kazaa Lite K++). Die erste populäre Tauschbörse war Napster. Millionen von Benutzern tauschten Musik, bis im Jahre 2000 einige Musikbands Klage gegen Napster einreichten und die Tauschbörse daraufhin aufgelöst wurde. Versuche, Napster in eine kostenpflichtige, legale Tauschbörse umzuwandeln, schlugen fehl, da nur wenige Plattenfirmen bereit waren, ihre Musik zu lizenzieren. Nach Napster folgten noch für
einige Zeit Audiogalaxy (neben den OpenNap-Netzen) welches im Juni 2002 von der Musikindustrie verklagt und daraufhin geschlossen wurde. Die heutigen Nachfolge-Netzwerke wie BitTorrent, eDonkey, Gnutella und FastTrack weisen mittlerweile jedoch deutlich mehr Nutzer auf, als Napster jemals hatte. Viele Millionen Menschen weltweit nutzen Filesharing, im Jahr 2004 betrug der Anteil von Filesharing-Clients am Datenübertragungsvolumen des gesamten Internets 24 Prozent.
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